Nächstes Bündnistreffen: 21. Februar 2016

Das Antifaschistische Bündnis Kreis Esslingen trifft sich das nächste Mal am 21. Februar 2016 um 18:00 im KOMMA Esslingen, Maille 5-9 in 73728 Esslingen

In letzter Zeit häufen sich flüchtlingsfeindliche Aktionen im Kreis Esslingen und Göppingen und es kommt nahezu täglich zu Übergriffen und Anschlägen auf Asylunterkünfte.

In Ebersbach im Kreis Göppingen wurde am 14. Februar eine Asylunterkunft mit einem Eimer voller Schlachtabfälle beworfen. Am selben Tag brachten die Jungen Nationaldemokraten Baden-Württemberg (JN) Absperrbänder und Schilder mit der Aufschrift „Hier wäre Platz für ein Jugendzentrum“ an mehreren Asylunterkünften im Kreis Esslingen, Göppingen und im Enzkreis an. Am 16. Februar wurden am Migrationszentrum in Ludwigsburg ebenfalls Absperrbänder und Schilder mit der Aufschrift „Migrationszentrum“ angebracht, wobei das Wort „Migration“ durchgestrichen und durch „Jugend“ ersetzt wurde. Am 17. 02. Wiederholten die JN diese Aktion ein drittes Mal an einer Asylunterkunft in Bietigheim-Bissingen.

Auch die Brandanschläge auf Geflüchtetenunterkünfte werden nicht weniger. So wurde am frühen Donnerstagmorgen (18.2.) ein Feuer in einer geplanten Unterkunft in Unterensingen gelegt.

Bei dem Plenum soll über unsere Arbeit dazu beraten werden. Außerdem:

  • 8. Mai – Tag der Befreiung
  • Der rechte Landtagswahlkampf

Interessierte sind herzlich eingeladen. Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechten Szene zuzuordnen sind, sind von dem Treffen ausgeschlossen.

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Deizisau: Antifaschistischer Protest bitter nötig – Kundgebung am 16. Februar

flyer-deizisau2Am Donnerstag den 11.02.16 fand eine Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlinge in Deizisau statt. Wie schon bei der letzten Bürgerversammlung Mitte Januar waren ca. 20 Faschisten vor Ort und versuchten diese zu stören. Die Faschisten waren über Stunden vermummt in der Stadt unterwegs und starteten immer wieder Versuche, eine antifaschistische Kundgebung und einzelne Teilnehmer vor dem Rathaus anzugreifen.

Die Polizeikräfte vor Ort sahen darin kein Problem, sondern hinderten vielmehr die Antifaschistinnen und Antifaschisten an ihrem Protest und versuchten diese zu kriminalisieren.

Die Quittung für das einseitige Vorgehen der Polizei erfolgte noch am gleichen Abend. Angestachelt durch die relative Narrenfreiheit, die die Faschisten in Deizisau genossen, warfen Dominik Böhringer und Manuel Ganser um kurz vor 22 Uhr Scheiben im Jugendzentrum „Linde“ in Kirchheim/Teck ein.

Am Dienstag den 16.02.16 wird es eine öffentliche Gemeinderatssitzung ab 19.00 Uhr im Rathaus in Deizisau geben. Auf der Tagesordnung steht auch die Diskussion um die Unterbringung von Geflüchteten in Deizisau. Die gestrigen Vorfälle zeigen, dass antifaschistischer Protest vor Ort bitter nötig ist, da die Faschisten in Deizisau sich, geschützt durch die Polizei, frei und sicher fühlen und agieren können.

Kommt am Dienstag den 16.02.16 um 18.15 Uhr zur antifaschistischen Kundgebung auf den Marktplatz in Deizisau und zeigt das Faschisten weder in Deizisau noch sonst irgendwo erwünscht und geduldet werden.

Es gibt eine gemeinsame Zuganreise ab Stuttgart Hauptbahnhof, Treffpunkt ist um 17.25 Uhr am Le Crobag in der Klettpassage.

Quelle: Antifaschistische Aktion Esslingen

Siehe auch:

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Antifaschistische Kundgebung in Deizisau am 11.02.16, um 19 Uhr

Rassistischer Hetze aktiv entgegentreten! Nazis in Deizisau keine Basis bieten!

Worum gehts?

web_flyer-deizisauUrsprünglich hätte die Gemeinde Deizisau 130 Flüchtlinge aufnehmen sollen, doch im Dezember 2015 entschloss sich der Landkreis Esslingen ein „Projekt“ zu versuchen. Anstelle der 130 Personen, werden nur noch 28 Flüchtlinge in Deizisau untergebracht. Diese sollen alle bereits in größeren Flüchtlingsunterkünften „auffällig“ gewesen sein und werden deshalb nun separiert untergebracht. Direkt nach der Bekanntgabe dieses „Projekts“ begannen Faschisten aus dem Landkreis Esslingen und Göppingen rassistische Hetze zu verbreiten und Ängste zu schüren.

Bereits an der ersten Gemeinderatssitzung, welche am Dienstag, den 19.01.2016, in Deizisau stattfand, tauchten mehrere Neonazis auf und verteilten Flugblätter der rechten Partei „Der III. Weg“ und versuchten mit Vorurteilen ein rassistisches Klima in der Sitzung zu erzeugen.

Zur nächsten Fragestunde am Donnerstag, den 11.02.2016, werden die Nazis mit aller Wahrscheinlichkeit auch wieder auftauchen und versuchen, ihren Rassismus zu verbreiten und gegen Flüchtlinge zu hetzen.

Nazis in der Region Esslingen

Ende 2013 traten die sogenannten „Freien Nationalisten Esslingen“ (FNES) in Erscheinung. Durch rassistische Flugblätter und Transparente, sowie durch Drohungen und Angriffe auf alternative und antifaschistische Jugendliche, machten sie auf sich aufmerksam. Sie nahmen bundesweit an Naziaufmärschen teil und waren mit den verschiedensten Nazistrukturen vernetzt, z.B. „Der III. Weg“, einer faschistischen Kleinstpartei aus Bayern, welche 2013 als Nachfolgeorganisation des verbotenen Neonazi-Netzwerks „Freies Netz Süd“ gegründet wurde.

Durch eine erhöhte antifaschistische Präsenz und den Start des Verbotsverfahrens gegen die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ (ANGP), welche Jahrelang die aktivste faschistische Gruppe Baden-Württembergs war und engen Kontakt zu den FNES pflegte, verschwanden die FNES vorerst von der Bildfläche. Vereinzelt hörte man von kleineren Vorfällen in Deizisau, dem Wohnort einiger Neonazis, jedoch kam es zu keinen größeren Aktionen mehr.

Seit September 2015 agieren die Faschisten, die vorher bei den FNES und den ANGP organisiert waren, gemeinsam als „Der III. Weg“ im Landkreis Esslingen und Göppingen. In Uhingen bei Göppingen versuchten sie, ähnlich wie zur Zeit in Deizisau, bei mehreren städtischen Informationsveranstaltungen in Folge, gemeinsam mit der NPD, rassistische Stimmung zu erzeugen, die Veranstaltung zu stören und Andersdenkende einzuschüchtern. In Uhingen konnte die finale Gemeinderats-Sitzung, dank einer antifaschistischen Kundgebung vor dem Eingang der Sitzung, ohne die Neonazis stattfinden, die jedoch versuchten die antifaschistische Kundgebung anzugreifen.

Aktiv werden, Nazis keine Basis bieten!

An dem Erfolg in Uhingen gilt es anzuknüpfen. Nicht nur in Ostdeutschland, sondern auch in Baden-Württemberg wurden in den vergangenen Monaten bereits einige Flüchtlingsunterkünfte angezündet, z.B. in Rottenburg, Weissach im Tal, Remseck, etc. Um weitere (Brand-) Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Angriffe auf Flüchtlinge zu verhindern, müssen wir uns den Nazis entschlossen in den Weg stellen.

Kommt am Donnerstag, den 11.02.2016, um 19:00 Uhr zur antifaschistischen Kundgebung auf den Marktplatz in Deizisau.

Rassistischer Hetze aktiv entgegentreten!

Nazis keine Basis bieten, weder in Deizisau noch sonst irgendwo!

Via Antifaschistische Aktion Esslingen

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Antifa-Café: Nazistrukturen in Nord- und Ostwürttemberg

afa-cafe-rgb1Am Sonntag, den 06. März, findet das zweite Antifa-Café der Antifaschistischen Aktion Esslingen im Jahr 2016 statt.

Diesmal werden wir einen Vortrag über Nazistrukturen und rechtspopulistische Kräfte in Nord- und Ostwürttemberg hören:

Die Brandanschläge auf Asylbewerberunterkünfte in Schwäbisch Gmünd, Ruppertshofen und Rutesheim Ende 2015 Anfang 2016 stellen einen vorläufigen, qualitativen Höhepunkt rechter Aktivitäten im nördlichen und östlichen Teil Württembergs dar. Rechte Hetze und rassistisch motivierte Gewalttaten stiegen im vergangenen Jahr erheblich an. In diesem Zusammenhang gilt es, die Strukturen und Schlüsselfiguren im und um das “Ländle” zu betrachten, um die Zusammenhänge, die von AfD bis NSU reichen, aufzudecken.

Seit Ende 2014 marschieren jede Woche tausende Anhänger der rechtspopulistischen und rassistischen Organisation PEGIDA durch Dresden. Am 17.Mai 2015 kam es auch in Stuttgart zu solch einer Demonstration. Dies war in jüngster Zeit allerdings nicht die erste rechte Demonstration in der Landehauptstadt. Seit Anfang 2013 marschieren immer wieder Neonazis, christliche Fundamentalisten sowie AfD- und CDU-Politiker unter dem Motto „Demo für alle“ durch Stuttgart, um ihrer Verachtung gegenüber Homosexualität, Transsexualität und sexueller Aufklärung Ausdruck zu verleihen.

Aber auch militante Neonazistrukturen sind in der Region nicht verschwunden. Nach dem Ende des Verbotsverfahrens gegen die „Autonomen Nationalisten Göppingen“, sammelten sie sich mit den Mitgliedern der ehemaligen „Freien Nationalisten Esslingen“ zusammen und agieren nun unter dem Deckmantel der rechten Partei „Der III. Weg“.

Über die genauen Zusammenhänge informieren wir im Vortrag „Nazistrukturen in Nord- und Ost-Württemberg“.

Los gehts ab 16.30 Uhr im KOMMA (Maille 5, 73728 Esslingen am Neckar) Eingang über den Hof. Wie immer gibt es leckeren Kuchen und Kaffee als Verpflegung.

Wir freuen uns auf euch.

https://afaesslingen.wordpress.com/

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Rassismus am Arbeitsplatz – Was tun, wenn ein Kollege über “Ausländer” herzieht?

Flyer Rassismus im Betrieb VS final_1002Nazis am Arbeitsplatz? “KollegInnen” mit rassistischen Sprüchen? Oft genug gibt es Anlässe und manchmal ebenso Unsicherheit über Interventionsmöglichkeiten am Arbeitsplatz, der Schule oder der Uni.

Rassismus am Arbeitsplatz – Was tun, wenn ein Kollege über “Ausländer” herzieht?

Rassismus im Alltag tritt überall auf. Die aktuellen Diskussionen um die Vorfälle in Köln an Silvester oder die Unterbringungen von Flüchtlingen sind aktuelle Beispiele hierfür und machen auch vor dem Arbeitsplatz nicht halt. Im Umgang damit ist es zum einen wichtig, diesen zu erkennen und zum anderen Handlungsansätze zu entwickeln, um damit umzugehen.

• Was kennzeichnet Alltagsrassismus und macht seine Gefährlichkeit aus?
• Wie kann ich als BeschäftigteR darauf reagieren?
• Was kann der Betriebsrat tun?

Die Referentin Andrea Schiele vom DGB Südwürttemberg ist Fachkraft für Rechtsextremismusprävention und Mitarbeiterin beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Im Vortrag und der anschließenden Diskussion werden Merkmale von Alltagsrassismus dargestellt sowie konkrete Methoden herausgearbeitet, die sich als Handlungsmöglichkeiten im betrieblichen Umfeld gegen Rassismus ergeben.

Donnerstag, 25. Februar 2016 19:00 Uhr
DGB Haus Esslingen
Julius-Motteler-Straße 12 73728 Esslingen am Neckar

Eine Veranstaltung der VVN-BdA Kreisvereinigung Esslingen in Zusammenarbeit mit DGB, GEW, IG Metall und ver.di Esslingen

Quelle: VVN-BdA Esslingen / IG Metall Esslingen / Facebook

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3. Januar 2016: Antifa Cafe

Am Sonntag, den 03. Januar 2016, findet das erste Antifa-Cafe der Antifaschistischen Aktion Esslingen im neuen Jahr statt.

Diesmal werden wir uns mit Geschichtsrevisionismus von rechten Kräften beschäftigen. Als Beispiele dafür nehmen wir die Mobilisierungen von Faschisten in Dresden und Pforzheim.

Los gehts ab 16.30 Uhr im KOMMA (Maille 5, 73728 Esslingen am Neckar) Eingang über den Hof. Wie immer gibt es leckere Snacks und Kaffee als Verpflegung.

Wir freuen uns auf euch.

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Nächstes Bündnistreffen: 13.Dezember 2015

Das Antifaschistische Bündnis Kreis Esslingen trifft sich das nächste Mal am 13.12. um 18:00 im KOMMA Esslingen, Maille 5-9
73728 Esslingen

Themen sind unter anderem:

Was tun gegen

  • rechten Landtagswahlkampf?
  • Flüchtlingshetze

Interessierte sind herzlich eingeladen. Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechten Szene zuzuordnen sind, sind von dem Treffen ausgeschlossen.

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06. November 2015: Gegen rassistische Hetze und faschistische Umtriebe in Uhingen! Verhindern wir heute die Pogrome von morgen!

06. November 2015:

web_0611internetGegen rassistische Hetze und faschistische Umtriebe in Uhingen! Verhindern wir heute die Pogrome von morgen!

Im Herbst 2015 beschloss der Gemeinderat in Uhingen bei Göppingen, etwa 150 Geflüchtete in leer stehenden Gebäuden unterkommen zu lassen. Sofort begannen Faschisten aus dem gesamten Großraum Göppingen/Esslingen/Ostalb in Uhingen ihre Hetze und Drohungen zu verbreiten.

Am 6. November ist nun die finale Gemeinderats-Sitzung, an der die Unterkünfte endgültig beschlossen werden sollen. Auch die Nazis werden wieder groß auf diese Veranstaltung mobilisieren…

Dutzende Nazis bei städtischen Veranstaltungen

Doch nun zur Vorgeschichte: Anfang Oktober kamen zu einer städtischen Informations-Veranstaltungen zu den Flüchtlingsunterkünften schon vereinzelt Neonazis. Am 20. Oktober in Uhingen und am 27. Oktober in Uhingen-Nassach tauchten jeweils bis zu 25 Faschisten auf, um dort Flugblätter der Naziparteien NPD und „der Dritte Weg“ zu verteilen, Sticker zu verkleben, Andersdenkende einzuschüchtern und teilweise die Veranstaltung zu stören.

Der Bürgermeister Wittlinger hatte öffentlich erklärt, dass „geistige Brandstifter (…) in Uhingen unerwünscht“ seien, und dass er gegen diese mit der Polizei vorgehen wolle. Taten lies er seinen Worten aber offensichtlich nicht folgen.

Nazis in Uhingen und in der Region

Während des Gerichtsprozesses gegen die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ bei dem auch der Uhinger Faschist Manuel Maier verurteilt wurde, war es ruhig geworden in und um Göppingen.

Seit Mitte 2015, als sich der oben genannte Gerichtsprozess dem Ende zu neigte, kommt es in der Region wieder vermehrt zu rechten Aktivitäten.

Das hängt neben dem wieder Erwachen der alten Nazis um Maier und Co. vor allem mit der engen Zusammenarbeit aus NPD Ostalb/Heidenheim, Neonazis aus Kreisen der „Freien Nationalisten Esslingen“ und der Nachfolgeorganisation des verbotenen „Freien Netz Süd“, der faschistischen Kleinstpartei „der Dritte Weg“ zusammen.

Wie es scheint, haben die Nazis Uhingen als ihren neuen Schwerpunkt auserkoren und versuchen hier durch massive Präsenz und Einschüchterung bei öffentlichen Veranstaltungen und Propaganda in der Stadt mit Flyern und Aufklebern die Diskussion um geplante Flüchtlingsunterkünfte in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das bedeutet: Die Einrichtung der Unterkünfte zu verhindern und rassistische Phrasen von „kriminellen Ausländern“ wieder hoffähig zu machen und ihr Menschenverachtendes Gedankengut wieder als „normale“ und „legitime“ Position in politischen Diskursen zu etablieren.

Eine CDU, die in Uhingen forderte, man solle doch nur Flüchtlingsfamilien und keine jungen, geflüchteten Männer aufnehmen, weil diese per se eine Gefahr darstellen, spielt den Nazis bei der Etablierung rassistischer Ressentiments in die Hände.

Das Beispiel zeigt neben unzähligen weiteren, wie tief Rassismus in der Gesellschaft verwurzelt ist. In Zeiten wie diesen sind die Gewinner einer solchen Stimmung neu erstarkende rechte Parteien und Neonazis, die nach jahrelanger Ablehnung auf einmal wieder das Potenzial wittern, in breiteren Kreisen Gehör zu finden und damit auch leider teilweise erfolgreich sind.

Hass & Gewalt

Im Laufe des vergangenen Jahres ließ sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen unverhohlen rassistischer Hetze auf der Straße und militanten (Brand)Anschlägen auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte herstellen.

Nahezu überall dort, wo Nazis mit ihrer Hetze auf offene Ohren stießen und dem nicht sofort mit der nötigen Kraft und Entschlossenheit Einhalt geboten wurde, kam es zu Angriffen und Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. In Freital, Dresden oder Erfurt marschieren seit Monaten Menschenmassen gegen Geflüchtete und MigrantInnen auf den Straßen. Und Nachts? Hier gibt es in den rechten Hochburgen, oder den Gegenden, die im Zuge der rassistischen Stimmungsmache welche wurden, regelmäßig Hetzjagden auf vermeintliche MigrantInnen und Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Wir merken also: Wo Nazis tagsüber hetzen können, fühlen sie sich bestärkt, nachts ihren Worten Taten folgen zu lassen. Deshalb liegt es an uns, Stimmungen frühzeitig zu erkennen und dem unverzüglich mit der nötigen Vehemenz einen Riegel vorzuschieben!

Denn wir brauchen nicht nach Ostdeutschland blicken um den Ernst der Lage auch für uns zu erkennen: Auch hier im scheinbar beschaulichen Baden-Württemberg wurden im vergangenen halben Jahr schon mehrere Flüchtlingsheime angezündet, wie z.B. in Weissach im Tal, Remchingen, Rottenburg, Remseck…

Lasst uns daher gemeinsam den Nazis entgegenstellen und schon heute die Pogrome von morgen verhindern!

Kommt am Freitag, den 6. November um 17:00 Uhr zur antifaschistischen Kundgebung in Uhingen vor dem „Uditorium“ (Ulmer Str. 7)!

Denn die Geschichte lehrt: Mit Nazis diskutiert man nicht. Nicht Auf der Straße und auch nicht in Parlamenten.

Treffpunkt für eine gemeinsame Zugfahrt aus Stuttgart ist:

16:15 Uhr | Burger King am Stuttgarter Hbf

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07. November 2015: Antifaschistische Kundgebungstour im Kreis Esslingen

07. November 2015
web_kundgebungstour-inetAntifaschistische Kundgebungstour im Kreis Esslingen
Am 7.11.2015 wird es eine Kundgebungstour durch den Kreis Esslingen geben. Der Start ist um 10.00 Uhr in Wernau und weiter geht es um 12.00 Uhr in Plochingen.

Wir möchten mit verschiedenen Reden und Infomaterial auf die Aktivitäten der Nazis in der Region aufmerksam machen.

Für die Anreise gibt es Zugtreffpunkte in Stuttgart (9.10 Uhr HBF Bullenrevier in der Klettpassage) und in Esslingen (9.30 Uhr HBF). Also kommt vorbei und zeigt, dass faschistische Umtriebe im Kreis Esslingen nicht akzeptiert und unbeantwortet bleiben.

Hier seht ihr den Aufruf zur Tour:

Seit knapp zwei Jahren gibt es verstärkte Naziaktivitäten im Kreis Esslingen. Neonazis hetzen in einigen Städten des Landkreises gegen Flüchtlinge, bedrohten und griffen antifaschistische und alternative Jugendliche an, verunstalteten und beschmutzen mehrere Städte mit rassistischen Flugblättern und Transparenten, Naziaufkleber und Sprühereien. Hauptverantwortlich hierfür sind die „Freien Nationalisten Esslingen“ (FNES). Die Gruppe junger Neonazis ist Ende 2013 in Erscheinung getreten und nicht nur im Raum Esslingen, sondern auch überregional aktiv. Sie nehmen Bundesweit an Naziaufmärschen teil und sind mit anderen faschistischen Gruppierungen wie z.B. „Die Rechte Enzkreis“ und „Der III. Weg“ gut vernetzt. Mit den „Autonomen Nationalisten Göppingen“ (ANGP) stehen sie ebenfalls in gutem Kontakt. Gegen diese wurde von Januar bis August 2015 ein Prozess vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung geführt. Zwei der vier Hauptangeklagten wurden dabei, aufgrund von Sachbeschädigungen, gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Verstöße gegen das Waffengesetz zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Da es einige personelle Überschneidungen zwischen beiden Gruppierungen gibt, werden weitere Verfahren eröffnet, bei denen auch einige Mitglieder der FNES angeklagt sind.

Aktuell fallen die Faschisten, wie auch die NPD, vermehrt durch rassistische Hetze gegen Flüchtlinge auf. Kürzlich verteilten sie in einigen Städten Flyer um eine rassistische und fremdenfeindliche Stimmung zu schüren und gegen die Unterbringung von geflüchteten Menschen zu Hetzen. Welche Ausmaße so eine rassistische Hetze zur Folge haben kann, wird gerade in der ganzen Bundesrepublik deutlich. In den vergangenen Monaten brannten nahezu täglich geplante Flüchtlingsunterkünfte. In Heidenau kam es zu pogromartigen Zuständen die an die rassistischen Ausschreitungen von Rostock Lichtenhagen erinnerten. Vermehrt kam es zu Brandanschlägen auf bewohnte Flüchtlingsunterkünfte, wodurch es zu mehreren, teilweise schwer Verletzten kam.

Die Rechte Gewalt spitzt sich immer weiter zu und wird sich auch auf die im Frühling 2016 stattfinden Landtagswahlen auswirken. Faschistische Parteien wie die NPD und rechtspopulistische Parteien wie die AfD sammeln bereits Unterschriften im Landkreis Esslingen, um bei der Wahl antreten zu können und ihr rassistisches und faschistoides Gedankengut weiter in der Gesellschaft zu verbreiten und zu verankern.

Die Gesellschaft bewegt sich immer weiter nach Rechts und wir werden dabei nicht tatenlos zuschauen. Schreitet ein bei rassistisch motiviertet Gewalt und zeigt den Faschisten was ihr von ihnen haltet. Beteiligt euch an unseren antifaschistischen Kundgebungen in Wernau und Plochingen und werdet selbst aktiv.

Gegen jede rassistische Hetze!

Eine Veranstaltung der Antifa Esslingen

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9. November 2015: Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht am Platz der Cannstatter Synagoge

gedenken9112015Am 9. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen, angezündet nicht von einem wütenden Mob, sondern – wie in Stuttgart – von der Feuerwehr, organisiert, vorbereitet und angestiftet von Partei, Regierung und Behörden des faschistischen Staates.

Am nächsten Tag wurden jüdische Geschäfte geplündert, zehntausende jüdische Menschen gejagt, in KZs verschleppt und über 100 ermordet.

Die Pogromnacht in Cannstatt
Auch die Synagoge in Cannstatt wurde in dieser Nacht angezündet. Die Geschwister Josef und Jette Buxbaum, die in Cannstatt eine Metzgerei betrieben, gehörten zu den Opfern des faschistischen Pogroms. Eine Frau berichtet: “Ich war zufällig Augenzeuge, als Anhänger der SA in Uniform mit Spitzhacken die Fenster des Metzgerladens zertrümmerten am 8./9. November 38. Es war grausam! Danach waren beide Buxbaums verschollen.“ Sie trauten sich nicht mehr auf die Straße, wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und später im Vernichtungslager Treblinka umgebracht.

Die Gewalt erreichte einen neuen Höhepunkt
Das Pogrom war Teil der Vorbereitung und der Einstimmung der Bevölkerung auf den Eroberungs- und Vernichtungskrieg, in dessen Verlauf auch die planmäßige Ermordung der jüdischen Bevölkerung Europas erfolgte.

Auf den November 38 folgte die Zerschlagung der Tschechoslowakei im März 39 und der Überfall auf Polen am 1. September. Am Ende des gigantischen Raub- und Eroberungsfeldzuges standen Auschwitz und 60 Millionen Tote.

Rassismus damals …

Der deutsche Faschismus der 30er und 40er Jahre fiel nicht vom Himmel. Auf Betreiben entscheidender Teile der Großindustrie, der Banken und der Generalität ernannte am 30. Januar 1933 Reichspräsident Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Die Faschisten versprachen die Wiederherstellung der militärischen Schlagfähigkeit und die Eroberung von Rohstoffquellen und Märkten. Als Voraussetzung hierfür sicherten sie die Zerschlagung der Arbeiterbewegung zu.

Damals wie heute fallen Rassismus und Antisemitismus dort auf fruchtbaren Boden, wo die soziale Not groß ist und Existenzängste bestehen. Dies nutzten die Faschisten aus, um von den wirklichen Verursachern der Wirtschaftskrise abzulenken und um die Mehrheit der Bevölkerung hinter den Wirtschaftsinteressen der Herrschenden zu versammeln.

Darüber hinaus hatte die Shoah eine wirtschaftliche Komponente. Mit dem Raub jüdischen Vermögens konnte der Staat einen Teil seines Rüstungsprogramms finanzieren und sogenannte “arische” Kapitalbesitzer rissen sich jüdische Besitztümer unter den Nagel. Unter dem Stichwort „Vernichtung durch Arbeit“ wurden Millionen JüdInnen und viele andere Häftlinge zu Zwangsarbeiter/innen vor allem der Rüstungsindustrie und mussten am Ende mit ihrem Leben dafür bezahlen. So manche heute noch existierende Unternehmen haben in dieser Zeit ihren Reichtum angehäuft.

Millionen von Menschen versuchten, dem Terror des Faschismus zu entkommen, waren auf Asyl angewiesen und verdanken ihr Leben den Aufnahmeländern.

… und Rassismus heute – Die Ursachen müssen beseitigt werden!

Aktuell befinden sich mit 60 Millionen weltweit so viele Menschen wie noch nie seit dem Ende des 2. Weltkrieges auf der Flucht. Sie fliehen vor Terror, vor rassistischer Verfolgung, Krieg sowie vor wirtschaftlicher Not. Fluchtgründe sind vielfach von den Staaten des Westens verursacht, darunter die Kriege, die auch mit deutschen Waffen und unter Beteiligung der NATO-Staaten geführt werden, um z.B. den Zugriff auf Rohstoffe oder Handelswege zu sichern. Oder auch EU-Agrarsubventionen, mit denen die Landwirtschaft in Afrika niederkonkurriert wurde.

Die betroffenen Menschen fliehen um zu überleben, um für sich und ihre Familien eine Perspektive zu bekommen. Doch Europa schottet sich mit Zäunen und der “Grenzschutzagentur” Frontex ab, alleine 2500 Menschen sind bereits dieses Jahr im Mittelmeer ertrunken. Anstatt den Flüchtlingen angemessen zu helfen, wie das viele Menschen von sich aus tun, reden Politik und Medien häufig von „Asylmissbrauch“, „Flüchtlingswellen“ und „Wirtschaftsflüchtlingen“ und erste Sonderlager für Flüchtlinge aus dem Balkan werden eingerichtet. Es wird unterschieden zwischen denen, die von der Wirtschaft als Arbeitskräfte gebraucht werden, und denen, die möglichst schnell abgeschoben werden sollen.

Die Botschaft kommt an. Immer häufiger brennen Flüchtlingsunterkünfte in Ost und West. Auch im Umkreis von Stuttgart gab es im Juli und August 2015 zwei Brandanschläge in Remchingen im Enzkreis und in Weissach im Tal sowie ein versuchter Brandanschlag in Balingen.
Sichere Einreisemöglichkeiten und eine menschenwürdige dezentrale Unterbringung stehen auf der Tagesordnung! Letztendlich kann es aber nur eine Lösung geben: Die Fluchtursachen müssen beseitigt werden!

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Es gilt weiterhin die Losung der Gefangenen des KZ Buchenwald, die sich selbst befreien konnten: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Unsere Forderungen:
• Jeglichem Antisemitismus entgegentreten!
• Rassisten und Faschisten stoppen – NPD verbieten!
• Rassismus und Faschismus den Nährboden entziehen – gegen Sozialabbau und Arbeitsplatzvernichtung!
• Grenzen öffnen Auflösung der FrontexGrenzschutzagentur und Aufkündigung des Dublin Übereinkommens (Rückführung in Erstaufnahmeländer)!
• Sichere Einreise für Flüchtlinge gewährleisten!
• Bedingungsloses Bleiberecht für alle Flüchtlinge
• Dezentrale humane Unterbringung aller Flüchtlinge!
• Stopp aller Kriegseinsätze der Bundeswehr!
• Sofortiges Verbot aller Rüstungsexporte!
• Aktives Eintreten gegen Krieg und Kriegsvorbereitung überall!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

UnterstützerInnen:
Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart (AABS); Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart; „Arbeit Zukunft“ Stuttgart; Cannstatter gegen Stuttgart 21; DIDF Stuttgart (Föderation demokratischer Arbeitervereine), DIE LINKE Stuttgart; DIE LINKE OV Bad Cannstatt; DKP (Deutsche Kommunistische Partei) Stuttgart; Freundschaftsgesellschaft BRD Kuba Regionalgruppe Stuttgart; GRÜNE JUGEND Stuttgart; Initiative Lern und Gedenkort Hotel Silber e. V.; Linksjugend [`solid] Stuttgart; Piratenpartei Deutschland, Kreisverband Stuttgart; SÖS Stuttgart Ökologisch Sozial; ver.di Bezirk Stuttgart; SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) BadenWürttemberg; VVNBdA: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten; Verein Zukunftswerkstatt e.V., Zuffenhausen; Waldheim Gaisburg; Waldheim Stuttgart e.V. / Clara Zetkin Haus; Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften

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